02.09.2009 Interview mit Huss und Hodn




Am übernächsten Wochenende, Sa 12.09.09, sind die Kölner "Huss" und Hodn zu Gast im Denzliger JuZe. Wir hatten die Gelegenheit ihnen vorab ihres Konzertes ein paar Fragen zu stellen.

Die ersten uns bekannten Releases von Euch stammen aus dem Jahr 2005. Ich würde gerne wissen seit wann Ihr schon Mucke macht, wann Ihr Euch zu Huss & Hoden formiert habt und wie Ihr damals zum rappen gekommen seid?

Huss: Ich mach jetzt schon seit ungefähr 10 Jahren Musik. Wir haben uns irgendwann durch Zufall und gemeinsame Freunde getroffen. Muss so 2000 oder 2001 gewesen sein. Formiert haben wir uns eigentlich nie. Wir hatten Tracks fertig und wollten das Album rausbringen. Dann war die Überlegung da, wir brauchen einen Namen. Ein Kollege hat den dann vorgeschlagen und wir haben ihn genommen. Das Ziel eine Band zu sein hatten wir eigentlich nie. Die Namensgebung war schon immer ein Problem, woraus dann aus Witz Huss und Hodn geworden ist

Euer Sound ist sehr Oldschool, Ihr arbeitet mit alten Samples und von dem Reim- Schemata fühlt man sich als Zuhörer auch gleich 10 Jahre zurück versetzt. Sagt doch mal wer euch musikalisch national sowie international geprägt hat und wen Ihr heute noch feiert.

Huss: Albert Einstein! Er hat mich auf die Idee gebracht schneller als das Licht zu sein und euch mit meinem Sound 10 Jahre in die Vergangenheit zurück zu versetzten. Sonst ääh… alles mögliche von Wu Tang Clan bis hin zu George Clinton gibt es viel gute Musik auf diesem Planeten und dafür bin ich dankbar.

Ihr seid ja in den letzten 2 Jahren ziemlich "gehypt" (wenn ich das mal so sagen darf) worden. Wie erklärt Ihr Euch selber diesen plötzlichen Aufschwung und das damit verbundene Interesse an Eurem Sound, der ja so gar nicht dem Deutschrap Mainstream entspricht?

Hodn: Ich erkläre mir das so, dass das alles auch ein großer Zufall war, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu gewesen zu sein. Aber das ist ja auch eigentlich alles unwichtig.
Huss: Geschmäcker sind verschieden.
Hodn: Ja… Geschmäcker sind verschieden und es ist schön, dass viele Leute unsere Musik gut finden

Eure aktuelle Platte heisst "Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind". Könnt Ihr uns darüber kurz was erzählen? Was bedeutet der Titel und was kann der Zuhörer erwarten?

Huss: Also der Witz ist ja, dass der Titel garnich so viel bedeuten soll. Es muss ja immer was bedeuten und Sinn machen und äh… sonst kriegen die Leute Angst … und laufen dann … ja… laufen weg oder Keine Ahnung.
Hodn dazwischen: Regenschirme sind auf jeden Fall aus Krawattenseide.
Huss: Ich bin mal durch Bilder von Magritte auf Regenschirme gekommen aber… dann hab ich noch was von Graf von Tee darüber gelesen, dass die Surrealisten das magische der Wirklichkeit nur in irgendwelchen Regenschirmen… so ganz kann ich das jetzt auch nicht wiedergeben.. Wiederfinden. Ja und er proklamiert in seinem Kontext dann, dass die magische Wirklichkeit Lateinamerikas… was auch immer. Es soll einfach keinen Sinn machen. Ich fands gut, dass ein Komma in dem Titel drin… fand ich gut.

Könnt Ihr mittlerweile von der Musik leben oder habt Ihr noch bürgerliche Jobs, wenn ja welche sind das? 

Hodn: Ja klar… Ich äh… Von den 100.000den von Euros, Vorschussgeldern… ne Quatsch ey. Ich geh arbeiten.

Als? 

Als Arbeiter! Ich möchte auch, dass es so bleibt und finde es cool, dass man seinen Sound machen kann und noch ein Leben nebenbei von der Musikgeschichte hat, weil es ist einfach ein Hobby. 

Ihr seid ja in ganz Deutschland unterwegs. Wo gefällt es Euch besonders gut und wo nicht so sehr?

Hodn: Es ist echt kein Witz, aber mir gefällt es am besten in Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg sind die Leute einfach sehr gechillt drauf. 
Huss: Ich mag München.
Hodn: Ja München is auch ok… Baden-Württemberg und Bayern.
Huss: Hamburg mag ich auch, Berlin mag ich…
 Hodn: Prag mag ich auch

Und wo würdet Ihr gern noch hin, wo Ihr noch nicht gewesen seid?

Huss: Ey, überall wo nich grad Krieg herrscht oder so… aber selbst da… 
Hodn: Ich würde gern auf Barbados auftreten.

Am 12.09.09 seid Ihr in Freiburg (JuZe Denzlingen) zu Gast, was können wir erwarten?

Hodn: Nichts! 
Huss: Alles… man kann alles erwarten. Liegt ja ganz an einem selbst, liegt ja an dem, der wartet. Ich glaub wir machen… versuchen… ja machen Party.
Hodn: Versuchen, die Musik zu zelebrieren.
 Huss: Verbreiten gute Stimmung…

Viele Leute, die Eure Auftritte in letzter Zeit verfolgt haben, reden darüber, warum Ihr eure Texte immer mehr auf Amibeats wie z.B. von Healtah Skeltah rappt und weniger auf eure eigenen.

Hodn: Wir wolln ja nich immer auf die Bühne gehen und uns selbst feiern und äh... uns den Kokainfilm geben sondern eher Spaß haben und den Spaß mit den Leuten teilen… mit dem Sound, den wir auch mögen. 
 Huss: Wir stehen halt auf Musik und manche Leute, die wollen, dass wir immer nur den selben Auftritt abziehen und nur auf unsere Beats rappen, stehen halt auf Leute… auf Stars. Sie wollen jemanden, den Sie irgendwie in den Vordergrund stellen können und wollen die Sicherheit darüber haben, dass der auf der Bühne auch nur das macht, was man erwartet und kennt. Aber dann kann man ja auch eigentlich zu Hause bleiben. Ich mag den Zufall… der Zufall is mir sehr wichtig. Vor allem das, was ich nicht direkt verstehe und nicht direkt Bedeutung hat. Da sind die Leute gefragt. Ja, aber andererseits kann ich es auch verstehen, dass sie unsere Beats gut finden. Ich find sie ja auch gut… Ja man kann es halt nicht allen recht machen.

Letzte Frage: Wo seht ihr euch in 10 Jahren? 

Hodn: Keine Ahnung! Da mach ich mir jetzt nich so viel Gedanken. Ich werde wahrscheinlich auf einer Insel.... Der Kölner sagt: Ett kütt, wie ett kütt (Es kommt, wie es kommt)…

Danke, dass Ihr Euch kurz Zeit für uns genommen habt !

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